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FAQs

Wie groß ist ein Nanometer?

Der Begriff "Nano" leitet sich vom griechischen Wort nanos, der Zwerg, ab. Ein Nanometer ist der millionste Teil eines Millimeters oder 1/1.000.000.000 (1/1 Milliarde) eines Meters. Wenn Dinge so klein sind, kann man sie weder mit dem Auge noch mit einem Lichtmikroskop sehen. Man benötigt dazu spezielle Mikroskope, wie Elektronenmikroskope  oder Rastersondenmikroskope.
Der Nanomaßstab umfasst den Größenbereich von etwa 1 nm bis 100 nm.
Natürliche und synthetische Nanopartikel im Nanometer Maßstab: Virus (30-50 nm), DNA (2.5 nm), Buckyball (~1 nm im Durchmesser), CNT (~1 nm im Durchmesser).

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Werden Nanopartikel auf Schokolade aufgebracht, um die Haltbarkeit zu verlängern?

Nach Rücksprache mit einem internationalen Schokoriegelhersteller wurde und wird keinerlei Nanotechnologie in Zusammenhang mit deren Schokolade eingesetzt, noch wurden und werden Nanopartikel verwendet. In Deutschland wird bislang kein nano-TiO2 für Lebensmittel  eingesetzt.
Ein Patent enthält eine Methode für eine Beschichtung im „Plasma“, was jedoch bedeutet, dass die Schokolade anschmilzt, was den gewünschten Effekt der besseren Haltbarkeit bzw. des besseren Aussehens für längere Zeit konterkariert. Daher wurde dieses Patent niemals angewendet! Auch andere Lebensmittel kann man einem Plasma nicht aussetzen.

Woran kann ich erkennen, dass Nanopartikel in Produkten enthalten sind?

Im Moment gar nicht: einerseits wird für Produkte mit dem Attribut „Nano“ geworben, in denen gar kein „Nano“ drin ist, andererseits gibt es noch keine Pflicht, Nano zu kennzeichnen, wenn es drin ist. Das wird sich in der Kosmetik- (und Lebensmittel) Industrie ändern: Ab 2013 (Lebensmittelindustrie: ab Herbst 2014) müssen in deren Produkten Nanobestandteile gekennzeichnet sein.

Wie kann ich mich vor Nanopartikeln schützen?

Da in der natürlichen Umwelt ständig und überall Nanopartikel vorhanden sind, kann man sich im Alltag nicht wirklich vor Nanopartikeln schützen, eine Staubschutzmaske hilft nur bedingt. In sauberer Luft fliegen bis zu 10.000 natürlich entstandene Nanopartikel pro Kubikzentimeter herum, das Rauchen einer Zigarette hebt diese Zahl auf über 100.000 in der Umgebung. Die natürlichen NP stammen aus Staubstürmen (z.B. in der Sahara), Waldbränden, Vulkanausbrüchen etc. und können auch über große Distanzen zu uns transportiert werden. Das ist im Normalfall aber auch nicht schlimm, denn mit diesen Nanopartikeln kann unser Körper umgehen. Prinzipiell ist ein Schutz aber möglich: Am Arbeitsplatz in den Nanopartikel produzierenden oder verarbeitenden Gewerben muss der Arbeitgeber durch entsprechende Schutzmaßnahmen (Abzüge, Kleidung, Masken mit „Nanofilter“) sicherstellen, dass der Arbeitnehmer nicht gefährdet wird. Die jährlich überprüften Arbeitsplatzschutzwerte geben dem Arbeitnehmer einen guten Schutz.

Sind Handystrahlen nanopartikulär?

Nein, hierbei handelt es sich um elektromagnetische Strahlung.

Gehen Nanopartikel über die Blut-Hirn-Schranke?

An solchen Fragestellungen wird von den Forschern gearbeitet. Bislang erscheint es noch äußerst schwierig, Nanopartikel über die Blut-Hirn-Schranke zu bekommen, trotz intensiver Bemühungen der Forscher. Sie wollen mit solchen Nanopartikeln z.B. Hirntumore behandeln, die anderweitig nicht behandelbar wären. Angesichts der Probleme, die die Forscher heute haben, Nanopartikel in ausreichender Menge gewollt über die Blut-Hirn-Schranke zu bekommen, ist es eher unwahrscheinlich, dass das ungewollt durch andere, nicht speziell darauf zugeschnittene Nanopartikel passiert. Eine Ausnahme ist die Passage von NP durch den Riechnerv: hier können NP ins Hirn gelangen. Allerdings deuten alle bisherigen Ergebnisse aus entsprechenden Experimenten darauf hin, dass die Menge an Nanopartikeln, die entweder über die Blut-Hirn-Schranke oder über den Riechnerv im Riechepithel der Nase in das Gehirn gelangen, sehr klein ist. Hier gilt es weitere Forschungsanstrengungen zu betreiben.

Wie viele und welche Medizinprodukte sind der Bundesregierung bekannt, die Nanomaterialien enthalten?

Beispielhaft sind die folgenden Einsatzbereiche für Medizinprodukte unter Nutzung von Nanotechnologie: In der Allgemeinen Medizin z.B. eine anti-mikrobielle Zusatzwirkung durch Silberbeschichtung von Verbandsstoffen und Stützstrümpfen. In der Kardiologie z.B. die Beschichtung von Kathetern (Silberbeschichtung) mit dem Ziel der Bakteriostase. In der Implantologie die Vermittlung der Biokompatibilität durch die Beschichtung mit titanhaltigen Materialien, die Änderung der Oberflächeneigenschaften von Implantaten durch Beschichtung mit Diamantwerkstoffen zur Verbesserung der Kontaktfläche oder die Verwendung von Hydoxylapatit in kristalliner Form als Knochenersatzmaterial. In der Dialysetechnik die Behandlung von Membranen und Hohlfasern mit Nanotechnologie zur Herstellung spezifischer Filtrationseigenschaften. In der Onkologie der Einsatz magnetischer eisenhaltiger Nanopartikel in der Tumortherapie zur lokalen Gewebezerstörung mittels hochfrequenten Magnetwechselfeldern und die Verwendung von mit spezifischen Antikörpern beschichteten Kathetern zur Diagnostik von tumorspezifischen Zellen im Blut. Eine Datenbank mit einem Überblick über alle Medizinprodukte, die in Europa auf dem Markt sind, ist geplant. (Deutscher Bundestag, Bundesdrucksache 17/3771)

Wie viele und welche Arzneimittel sind (der Bundesregierung) bekannt, die Nanomaterialien enthalten?

Die Anzahl der Arzneimittel, die nach Angaben im Zulassungsverfahren Nanomaterialien enthalten, ist noch sehr gering. Dazu zählen Arzneimittel für die Behandlung von Tumorerkrankungen (z.B. Caelyx; Mepact; Abraxane; Rapamune; Renagel), Chronischer Hepatitis (z.B. PegIntron; Pegasys), Acromegalie (z.B. Somavert), Multipler Sklerose (z.B. Copaxone); Febriler Neuropathie (z.B. Neulasta), Morbus Crohn (z.B. Cimzia), Altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) (z.B. Macugen), erhöhter LDL-C Werte und Typ 2 Diabetes (z.B. Welchol), sowie MRT-Kontrastmittel (In-vivo-Diagnostik) mit Eisen- oxid-Nanopartikeln (z.B. Feridex) und parenterales Eisen (z.B. Cosmofer, Ferrlecit). Daneben werden von verschiedenen Autoren auch Arzneimittel, die Moleküle und Partikel im nanoskaligen Bereich enthalten, genannt, z. B. Liposomen (Caelyx, Myocet), Polymer-Protein-Konjugate (PegIntron, Somavert) oder Polymere Substanzen (Copaxone). (Deutscher Bundestag, Bundesdrucksache 17/3771)

Wie viel Bundesmittel werden für die Sicherheitsforschung im Bereich Nanotechnologien ausgegeben?

Die Bundesministerien für Bildung und Forschung; Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit; Arbeit und Soziales und für Ernährung und Landwirtschaft geben zusammen ca. 14,18 Mio. Euro pro Jahr für Projekte zur Risiko- und Begleitforschung aus (Deutscher Bundestag, Bundesdrucksache 17/3771).

Wie hoch ist der Einsatz von Bundesmitteln für die Forschung und Entwicklung der Nanotechnologien?

2009 beliefen sich die Bundesmittel für die Erforschung und Entwicklung (FuE) der Nanotechnologien auf 382 Mio. Euro, wobei sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit ca. 354 Mio. Euro beteiligte. (Deutscher Bundestag, Bundesdrucksache 17/3771)

Müssen Nanomaterialien zugelassen werden?

Nein, derzeit gibt es keine spezielle Zulassungspflicht für Nanomaterialien oder Nanoprodukte, allerdings müssen diese wie alle Chemikalien, je nach Gebrauch, entsprechend zugelassen werden und müssen nach dem Chemikaliengesetz sicher sein.

Eine Ausnahme sind Lebensmittel. Hier müssen Zusatzstoffe, die nanotechnisch verändert wurden und dadurch neue Eigenschaften erhalten, ein spezielles Zulassungsverfahren durchlaufen, auch wenn sie dem Namen nach bereits zugelassen waren. Das ist aber insofern nichts Besonderes, als es für alle Lebensmittelzusatzstoffe gilt, die eine neue Funktion erfüllen sollen.
In Nahrungsergänzungsmitteln werden bereits so genannte Nanokapseln verwendet, die Vitamine und Mineralstoffe an die richtige Stelle im Körper transportieren sollen. Diese Nanokapseln sind allerdings natürlich vorkommende Strukturen, die lediglich nanoklein sind. Sie haben weder neue Eigenschaften, noch eine eigene biologische Wirkung. Daher werden sie vielfach nicht zu den Nanomaterialien im eigentlichen Sinne gezählt und sind nicht zulassungspflichtig.
Lebensmittelverpackungen, die Nanopartikel enthalten, müssen ebenfalls nicht eigens zugelassen werden. Für sie gilt aber per Gesetz, dass von ihnen keine Substanzen auf Lebensmittel übergehen dürfen. Deshalb sind antibakterielle Beschichtungen aus Nano-Silber für Folien und Geschirr, die derzeit heftig beworben werden, sehr umstritten. Kritiker fordern ein Verbot, bis abschließend geklärt ist, welche Auswirkungen Nano-Silber für den Körper und auf die Umwelt hat.

Ist wirklich Nano drin, wenn Nano drauf steht?

Viele Unternehmen preisen ihre Waren als „Nano“-Produkte an, weil Nanotechnologie angesagt ist. So bieten beispielsweise Softwarefirmen „Nanotools“ an, kleine Zusatzprogramme, die bestehende Software den speziellen Bedürfnissen der Computernutzer anpasst. Das Auto des indischen Fahrzeugherstellers Tata „Nano“ heißt so, weil es besonders klein ist. Autowaschstraßen werben mit „Nanopolierwachs“. Sehr feine Substanzen sollen dem Lack einen besonderen Glanz verleihen.
Aber nicht immer kommen dabei tatsächlich Nanomaterialien zum Einsatz! Bislang ist weder geregelt, unter welchen Bedingungen freiwillig mit „Nano“ geworben werden darf, noch wann die Verwendung von Nanomaterialien verbindlich gekennzeichnet werden muss (mit Ausnahmen im Kosmetik- und im Lebensmittelrecht, die beschlossen sind und in den kommenden Jahren eingeführt werden).
Nicht in allen Fällen werden Produkte unbedingt fälschlicherweise als „nano“ angeboten. Denn Industrie und Entwicklung experimentieren bereits seit Jahren mit kleinteiligen Produkten, ohne sie unbedingt systematisch entwickelt zu haben. So gibt es beispielsweise schon eine ganze Weile Sonnenschutzcremes, in denen Titandioxid in besonders feiner Pulverform als physikalischer Sonnenschutz eingesetzt war.

Können sich aus Waschbecken usw., die mit Nano-Technologie 'veredelt' wurden, Nano-Partikel lösen und können diese in den Körper übergehen?

Sanitär-Keramiken mit „Nanotechnologie“ sind meist oberflächenstrukturiert, so dass sich ein schmutzabweisender „Lotus-Effekt“ ergibt, wie dies bei Pflanzenblättern sehr schön zu beobachten ist. Damit sollen die Oberflächen schön sauber bleiben bzw. einfach zu reinigen sein. Dafür werden keine Nanopartikel eingesetzt oder auf die Oberfläche aufgebracht, sondern die Oberfläche wird mit Chemikalien behandelt, um diese Struktur zu erhalten. Es ist im Einzelfall nicht auszuschließen, dass ein Hersteller aber dennoch die Oberfläche mit Nanopartikeln nachbehandelt, daher sollte man sich beim Kauf darüber informieren lassen oder beim Hersteller nachfragen. Die Wahrscheinlichkeit, sich über diesen Weg Nanopartikeln auszusetzen, ist sehr gering.

Wie kommen die optischen Änderungen bei Nanopartikeln zustande? Z.B. bei Titandioxid-Nanos. Die sind ab einer gewissen Größe ja durchsichtig?

Beim „durchsichtig werden“ der Nanopartikel ab einer gewissen Größe handelt es sich um einen physikalischen Effekt. Bezogen auf die Fragestellung: Wenn ein Objekt deutlich kleiner ist als die Wellenlänge des sichtbaren Lichts, ist es unsichtbar.

Das sichtbare Licht setzt sich aus Wellenlängen von ca. 380 – 790 Nanometern zusammen, wenn ein Partikel z.B. 100 Nanometer groß ist, wird es nicht mehr gesehen werden. Das aber nur unter sehr speziellen Bedingungen, denn sobald mehrere Partikel vor- und nebeneinander liegen, kann sich das wieder ändern, weil sie gemeinsam z.B. Brechungs- und Streueffekte verursachen und dann (normalerweise mit weißer Farbe) wieder sichtbar sind. Jedoch ändern sich nicht alle chemischen und physikalischen Eigenschaften auf Nanoebene. Die Absorptionseigenschaften bspw. bleiben bestehen, so dass die Partikel zwar kein Licht mehr reflektieren und damit transparent sind, aber effektiv die UV-Strahlung absorbieren.

Meine Netbook Tastatur ist mit einer Silbernanobeschichtung ausgestattet. Ist der täglichen Umgang nun für mich schädlich? Werden Silberpartikel oder –ionen freigesetzt?

Silber hat als Metall selbst kaum eine Wirkung, auch Nanopartikel aus Silber auf der Tastatur haben „keine Wirkung“. Erst wenn Silberionen aus den Partikeln herausgelöst werden, beginnt die antibakterielle Wirkung. Jedoch ist die auf den Tastaturen aufgebrachte Menge an Silber äußerst gering, so dass die freiwerdenden Ionen im Vergleich zu beispielsweise Silberbesteck nicht wirklich ins Gewicht fallen. Vom Besteck lösen sich weit mehr Ionen, da es ja mit Nahrungsmitteln, Wasser, Säure etc. in Kontakt kommt. Außerdem muss geprüft werden, ob es sich tatsächlich um eine Silberbeschichtung handelt oder nur um eine Werbeaussage.

Wie groß ist die weltweite jährliche Produktionsmenge von Titandioxidnanopartikel?

Ca. 4,7 Mio Tonnen an pigmentärem Titandioxid (nicht nanoskalig) werden jährlich produziert, die Produktionsmenge von nanoskaligem Titandioxid beträgt weniger als 1% davon (weniger als ca. 47000 Tonnen).

Wie steht die EU zur Nanotechnologie?

Die EU sieht die Nanotechnologien als eine der führenden Technologien. Siehe dazu das Lund-Papier als pdf zum Download.

Gibt es eine Liste, aus der man entnehmen kann, in welchen Produkten Nanopartikel enthalten sind und wenn, wo kann man sie einsehen?

Es gibt einige Webseiten, die Produkte der Nanotechnologie auflisten, z.B.: Nanodatenbank nanoproducts.de: http://www.nanoproducts.de ; The Project of Emerging Nanotechnologies (in Englisch): http://www.nanotechproject.org/cpi/.

Bei Kosmetika müssen enthalten "nano" Inhaltsstoffe deklariert werden.

Pfanne mit Nano-Beschichtung: Lösen sich beim Braten Nano-Teilchen? Gehen die Teilchen in die Nahrung über? Besteht dadurch eine Gesundheitsgefährdung?

Solche Antihaft-Beschichtungen von Kochgeschirr haben üblicherweise nichts mit Nanopartikeln zu tun. Hier werden Polymere verwendet, die als Schicht aufgetragen werden und sehr hitzebeständig sein müssen. Diese Oberflächen sind ähnlich dem bekannten Effekt der Lotuspflanze und lassen alle Flüssigkeiten abperlen. Da die Hersteller meist ein Geheimnis (Patent) aus der Art der Beschichtung machen, ist eine genaue Auskunft zu einer möglichen Gefährdung so nicht möglich. Aber es muss auch bedacht werden, dass gesetzlich vorgeschrieben ist, „nur sichere Verbraucherprodukte“ auf den Markt zu bringen, daher sollte das hier auch der Fall sein.

Wie beteiligt sich die chemische Industrie an der gesellschaftlichen Debatte um die Nanotechnologie?

Die chemische Industrie trägt durch Informationen und Dialoge zur gesellschaftlichen Debatte um Nanotechnologie bei. Mitarbeiter stellen weltweit auf Fachtagungen und in Publikationen ihre eigenen Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit vor. Manche Unternehmen informieren auf ihren Internetseiten über Themen wie Arbeitsschutz oder zu einem Verhaltenskodex Nanotechnologie (EU-Codex). Die chemische Industrie beteiligt sich an den Forschungsprojekten mit eigenen Arbeiten.

Ist ein Moratorium, also die Vorschrift, dass keine Nanotechnologie mehr erforscht werden soll, sinnvoll?

Aus Sicht der DaNa-Experten nicht. Es gibt zwar noch Wissenslücken, aber das ist bei jedem neuen Forschungsgebiet so. Diese Lücken werden durch die Erkenntnisse auszahlreichen nationalen, europäischen und internationalen Projekten geschlossen werden. Es gibt aus unserer Sicht so viele positive Aspekte der Nanotechnologie (z.B. im Medizinsektor oder im Umweltschutz), dass ein Moratorium kontraproduktiv wäre.

Die Nanotechnologieforschung hilft, natürliche Vorgänge besser zu verstehen, denn auch in der Natur spielen sich sehr viele Prozesse im Nanometermaßstab ab. Fortschritte in der Medizin würden sehr schwierig, wenn keine Nanotechnologieforschung mehr betrieben werden dürfte. Natürlich muss genau darauf geachtet werden, was mit jedem einzelnen Projekt in der Nanotechnologieforschung erreicht werden soll. Ethisch fragwürdige Projekte werden von den meisten Wissenschaftlern und allen Förderern abgelehnt.

Für die Nanotechnologen ist ihre Wissenschaft eine, wie alle andere: Es kommt auf die in diesem Gebiet arbeitenden Menschen an und auf das, was sie daraus machen.

Inwieweit sind Nano-Versiegelungen von Glas-, Lack- oder Metalloberflächen für den menschlichen Organismus schädlich - bei der Versiegelung und später bei der Nutzung der oberflächenbehandelten Produkte?

Sie lesen hier unsere Meinung zu einem Thema, jeglichen Haftungsanspruch schließen wir aus.

Der Begriff "nano" ist nicht geschützt. Es garantiert niemand, dass auch wirklich "nano" in dem entsprechenden Produkt enthalten ist. Manche Hersteller verwenden den Begriff, weil er werbewirksam erscheint.
Der Lackverband hat eine Studie durchgeführt, in der Nanopartikel in Lacken untersucht werden. Zur Studie gelangen Sie hier. Das Resultat wird als positiv (aus Verbrauchersicht) beschrieben.

Wenn auf dem Produkt keine Angaben zu dem verwendeten Nanomaterial gemacht werden, sollte man sich an den Hersteller wenden und sich direkt über die verwendeten Nanomaterialien informieren lassen, z.B. welche sind es, woher stammen sie, gibt es toxikologische Untersuchungen dazu bzw. hat der Lackverband das Sie interessierende Produkt getestet? Im günstigsten Fall lässt sich daraus schließen, ob ein Risiko besteht oder nicht.

Ist die Zulassung von Schuhpflegesprays mit Nanotechnik gerechtfertigt?

Bei einem Schuhkauf habe ich festgestellt, dass in einem Schuhspray Nanotechnik verwendet wird. Die Inhaltstoffe werden in Form eines Aerosols verteilt. In zahlreichen Artikeln wird die potentielle Gefährlichkeit dieser Substanzen diskutiert.

Die Zulassung von Produkten unterliegt gesetzlichen Regeln, da die Sicherheit des Verbrauchers immer im Vordergrund steht. Dennoch hat der Gesetzgeber nicht immer die Möglichkeit alles und jedes nachzuprüfen, so dass durchaus auch fragwürdige Produkte auf den Markt kommen können. Druckgassprays sind aufgrund ihrer sehr feinen Aerosole und den enthaltenen Lösungsmitteln und Wirkstoffen häufig als gesundheitlich bedenklich ausgezeichnet und sollten entsprechend der Gebrauchsanweisungen verwendet werden. Dies war auch schon so, als es noch keine „Nanoteilchen“ in den Sprays gab. Schon in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es ernsthafte Zwischenfälle mit Leder- und Textilsprays. Das ist auch nicht verwunderlich, handelt es sich doch schon immer um oberflächenaktive Substanzen, die dabei auf das Leder oder das Textil aufgetragen werden sollen. Diese können im feinen Nebel auch leicht durch den Verbraucher eingeatmet werden und belegen dann einen Teil des Lungengewebes, was zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann. Das gilt auch für Sprays, die Nanopartikel enthalten, da auch hier Zusatzstoffe und Lösungsmittel eingesetzt werden müssen. Daher sind solche Dosen immer mit einem Zeichen für „Gesundheitsschädlich“ versehen und die Sprays sollen immer nur im Freien, windabgewand verwendet werden!

Wie gefährlich sind bereits in der Umwelt vorhandene nanoskalige Partikel (Ultrafeinstaub) durch Rußemissionen bzw. natürliche Aerosole wie Siliziumdioxid oder Buchenstaub?

Auch Staub und Aerosole in der Umwelt können gefährdend sein. So ist bekannt, dass z.B. in Schreinereien der eingeatmete Holzstaub von Buche und Eiche zu Krebserkrankungen führen kann. Auch Feinstaub und Dieselabgase sind bekannt für ihre Auswirkungen auf das Atemsystem des Menschen. Die Erforschung der Wirkungen von Nanomaterialien wird sicher auch neue Erkenntnisse liefern, um in der Umwelt vorkommende ultrafeine Stäube bewerten zu können. Umgekehrt kann auch von den vorliegenden Studien zur Bewertung von Feinstaub und Partikeln aus Verbrennungsprozessen auf die Wirkungen von manchen synthetischen Nanopartikeln (z.B. im Atemtrakt) geschlossen werden.

Wie stellen sich Nanoprodukte im Zusammenhang mit der Kreislaufwirtschaft dar?

Thema: Recycling, stoffliche Verwertung, Sekundärrohstoff.

Hier gibt es keinen Unterschied zu bestehenden Produkten, soweit es sich um recyclefähige Produkte handelt, wird dies getan. Da die Nanopartikel häufig aus nicht gerade üppig vorhandenen Materialien bestehen (siehe Silbernanopartikel oder seltene Erden), wird es auch im Sinne der Firmen sein, diese Materialien wieder zu gewinnen, da sonst auf mittelfristige Zeit die Preise dieser Produkte sehr stark ansteigen würden. Hier wird es also eine Selbstregulierung des Marktes geben.

Befinden sich Nanopartikel in Grippeimpfstoffen?

In der Regel beinhalten solche Vakzine gegen Grippeviren keinerlei synthetischen Nanopartikel, da diese auch gar keine Aufgabe hätten. Da durch die Injektion des Impfstoffes direkt ins Blut der Kontakt zu den Antikörperbildenden Zellen direkt hergestellt wird, braucht es keine unnötigen „Füllstoffe“.

Was ist ein Nanomaterial?

Die Europäische Kommission veröffentlichte am 18. Oktober 2011 eine erste gemeinsame Definition des Terms "Nanomaterial". Die aus dem Englischen übersetzte Definition lautet:
Ein natürliches, zufällig entstandenes oder bewusst hergestelltes Material, das Partikel in ungebundenem Zustand, als Aggregat oder als Agglomerat enthält, und bei dem mindestens 50 % der Partikel in der Anzahlgrößenverteilung ein oder mehrere Außenmaße im Bereich von 1 nm bis 100 nm haben.
In bestimmten Fällen, in denen berechtigte Sorge um die Umwelt, Gesundheit, Sicherheit oder Wettbewerbsfähigkeit besteht, kann die Schwelle der Anzahlgrößenverteilung von 50% durch einen Grenzwert zwischen 1 und 50% ersetzt werden.
Abweichend von dem oben genannten, sollten Fullerene, Graphenflocken und einwandige Kohlenstoff-Nanoröhrchen mit einer oder mehreren Außenmaßen unter 1 nm auch als Nanomaterialien betrachtet werden.

Reichen die gesetzlichen Regelungen aus? Welche gesetzlichen Bestimmungen für Nanomaterialien gibt es in Deutschland?

In Deutschland sowie auf europäischer und internationaler Ebene existieren keine spezifischen gesetzlichen Regelungen zur Nanotechnologie. Chemikalien (dazu gehören auch Nanomaterialien) unterliegen dem Chemikaliengesetz, der Sicherheits- und Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz unterliegt dem Arbeitsschutzgesetz. Zusätzlich bietet die europäische Chemikaliengesetzgebung REACH seit 1. Juli 2008 einen Rahmen zur Erfassung von Nanomaterialien. Ob darüber hinaus ein spezifischer Handlungsbedarf besteht, wird in Forschungsprojekten wie NanoCare untersucht. Die Ergebnisse von NanoCare werden dazu beitragen, künftige Sicherheitsmaßnahmen für Nanomaterialien festzulegen.

Was sind Nanopartikel?

Von Nanopartikeln, wissenschaftlich korrekt Nanoobjekt, spricht man, wenn ein Material mit einem, zwei oder drei Außenmaß(en) im Nanomaßstab vorliegt. Dazu zählen die Nanopartikel, also Nanoobjekte mit allen drei Außenmaßen im Nanomaßstab. Nanoplättchen sind Nanoobjekte mit einem Außenmaß im Nanomaßstab und zwei wesentlich größeren Außenmaßen. Nanofasern besitzen zwei ähnliche Außenmaße im Nanomaßstab und ein drittes Außenmaß, das wesentlich größer als die beiden anderen Außenmaße ist.

Diese Definitionen wurden als Deutsche Industrie Norm DIN SPEC 1121 (DIN ISO/TS 27687), veröffentlicht. Das zuständige deutsche Gremium ist der Arbeitsausschuss NA 062-08-17 AA im Normenausschuss Materialprüfung (NMP).

Siehe dazu auch Deutsches Institut für Normung e.V., DIN

Nanopartikel können unterschiedlicher chemischer Natur sein. Sowohl anorganische als auch organische Nanopartikel sind bekannt. Sie können aus nur einem Element bestehen, z.B. aus Metall oder aus Kohlenstoff oder aber aus Verbindungen, wie Oxiden, Nitriden usw. Unter Nanokompositen versteht man Verbundmaterialien, in denen mindestens eine Komponente in Form von Nanoobjekten vorliegt. Nanopartikel lagern sich häufig aneinander und bilden Aggregate oder Agglomerate. Im Gegensatz zu Aggregaten können Agglomerate durch optimales Durchmischen in die Primärkörner zerkleinert werden. Deshalb kann ihre Gestalt sehr uneinheitlich sein und verschiedenste Formen annehmen mit erheblichem Einfluss auf ihre Eigenschaften. Grundsätzlich verhalten sich Nanopartikel wegen ihres enormen Oberfläche-zu-Masse-Verhältnisses gänzlich anders als größere Verbünde.