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Eigenschaften und Anwendungen

Strontiumcarbonat (chem. SrCO3), ist ein feines, weißes Pulver, das ähnliche Eigenschaften wie Kalziumkarbonat (Kalk) besitzt. In Wasser ist SrCO3 sehr wenig löslich; es löst sich in Säuren, z.B. Salzsäure, unter Entwicklung von Kohlendioxid.

Strontium gehört zur Gruppe der Erdalkalimetalle (2. Hauptgruppe), ebenso wie Kalzium und ist wie dieses ungiftig. Allerdings entstanden z.B. bei den nuklearen Katastrophen von Tschernobyl (ehemals UdSSR, heute Ukraine) und Fukushima (Japan) radioaktive Strontium-Isotope, die sich (wegen der Ähnlichkeit von Strontium und Kalzium) in Knochen einlagern und dort Krebs verursachen können.

 

Strontiumcarbonat wird für die Herstellung von Ferritmagneten eingesetzt, um Strontiumferrit zu gewinnen. Seine Hauptverwendung findet Strontiumcarbonat aber bei der Herstellung der Gläser von Kathodenstrahlröhren, besser bekannt als (Farb-)Fernsehröhren. Dort dient es dank seines relativ großen Atomradius als Absorber für Röntgenstrahlung, die in Fernsehröhren mit entsteht. Durch die Beimischung von SrCO3 und anderer Verbindungen wird die Röntgenstrahlung der Fernsehröhren nahezu auf Null reduziert. Mit der Einführung der Plasma- und LCD-Bildschirme nimmt die Produktion von Kathodenstrahlröhren allerdings mehr und mehr ab. Strontiumcarbonat findet zudem in Glasuren Verwendung. In der Pyrotechnik werden Strontiumsalze als eine farbgebende Komponente eingesetzt, denn Strontium verursacht eine karminrote Flamme.

 

In der Medizin wurde es früher gelegentlich zur Behandlung von Schizophrenien eingesetzt. Heute ist der Stoff nur noch in der Homöopathie unter dem Namen "Strontium carbonicum" im Einsatz, zum Beispiel bei Arthrose und Zerebralsklerose.

 

Vorkommen

Strontiumcarbonat findet sich in der Natur als Mineral Strontianit, das auch als eines der Hauptvorkommen für die Gewinnung von Strontium dient. Es wird sowohl im Tagebau als auch unter Tage abgebaut. Strontium ist nach dem Mineral Strontianit benannt und dieses wiederum nach dem schottischen Ort Strontian, wo das erste Strontiummineral entdeckt wurde.

 

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Literatur

  1. Chemie Lexikon.de: Strontiumcarbonat (Stand letzter Zugang: Apr 2011).