Nein, derzeit gibt es keine spezielle Zulassungspflicht für Nanomaterialien oder Nanoprodukte. Allerdings müssen diese wie alle Chemikalien, je nach Gebrauch, entsprechend zugelassen werden und entsprechend dem Chemikaliengesetz sicher sein.

Eine Ausnahme sind Lebensmittel. Hier müssen Zusatzstoffe, die nanotechnisch verändert wurden und dadurch neue Eigenschaften erhalten, ein spezielles Zulassungsverfahren durchlaufen, auch wenn sie dem Namen nach bereits zugelassen waren. Das ist aber insofern nichts Besonderes, als es für alle Lebensmittelzusatzstoffe gilt, die eine neue Funktion erfüllen sollen.

In Nahrungsergänzungsmitteln werden bereits so genannte Nanokapseln verwendet, die Vitamine und Mineralstoffe an die richtige Stelle im Körper transportieren sollen. Diese Nanokapseln sind allerdings natürlich vorkommende Strukturen, die lediglich nanoklein sind. Sie haben weder neue Eigenschaften, noch eine eigene biologische Wirkung. Daher werden sie vielfach nicht zu den Nanomaterialien im eigentlichen Sinne gezählt und sind nicht zulassungspflichtig.

Lebensmittelverpackungen, die Nanopartikel enthalten, müssen ebenfalls nicht eigens zugelassen werden. Für sie gilt aber per Gesetz, dass von ihnen keine Substanzen auf Lebensmittel übergehen dürfen. Deshalb sind antibakterielle Beschichtungen aus Nano-Silber für Folien und Geschirr, die derzeit heftig beworben werden, sehr umstritten. Kritiker fordern ein Verbot, bis abschließend geklärt ist, welche Auswirkungen Nano-Silber für den Körper und auf die Umwelt hat.