Kohlenstoff-Nanoröhrchen werden seit Ihrer Entdeckung 1991 als „Wundermaterial" angesehen, da sie außergewöhnliche Eigenschaften besitzen: Sie sind stärker als Stahl, aber dabei sehr leicht. Je nach Art der Röhrchen leiten sie elektrischen Strom unterschiedlich gut, was sie auch für die Elektronikindustrie interessant macht. Der Umfang der aktuellen Produktion ist trotzdem noch sehr gering.

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Wie könnte ich damit in Kontakt kommen?

Der direkte Kontakt mit Kohlenstoff-Nanoröhrchen dürfte für Verbraucher eher unwahrscheinlich sein. Denn das Material wird weltweit in äußerst geringen Mengen produziert und ist in nur wenigen Produkten, die sich auf dem Markt befinden, enthalten. Bisherige Anwendungen konzentrieren sich auf Verbundwerkstoffe oder Elektronikbauteile. Hier werden keine Röhrchen freigesetzt, so dass ein direkter Kontakt mit ihnen frühestens dann zu erwarten sein könnte, wenn die Produkte am Ende ihres Lebenszyklus entsorgt werden.

 

Wie gefährlich ist das Material für Mensch und Umwelt?

Die Röhrchen sind aufgrund ihrer langen, fadenartigen Form bereits in der Diskussion: Grundsätzlich stellen faserartige Materialien für die Lunge ein Problem dar, vor allem dann, wenn die Fasern eine Mindestlänge von 15 bis 20 Mikrometern besitzen (das entspricht einem Viertel bis zu einem Drittel des Durchmessers eines menschlichen Haares). Fasern mit dieser Länge sind bereits lange bekannt für ihre kritische Wirkung in der Lunge (siehe Asbestproblematik). Dies trifft auch auf Kohlenstoffnanoröhrchen zu, wenn diese Mindestlänge von 15 Mikrometern erreicht ist. Außerdem müssen sie noch sehr steif sein, denn nur dann können sie von den Reinigungsmechanismen der Lunge nicht beseitigt werden. Unter diesen Umständen führen sie zu einer Entzündung des Gewebes, was nach 20 bis 30 Jahren zu einer Tumorbildung führen kann.

 

Fazit

Durch die geringe Produktionsmenge gibt es derzeit keine Probleme für Mensch und Umwelt. Das könnte sich aber schnell ändern, wenn die weltweite Produktion massiv ansteigen sollte. Das dürfte davon abhängen, wie viele neue Produkte auf den Markt kommen, in denen die Röhrchen enthalten sind.

 

Nebenbei

  • Die Bayer AG hat im Jahr 2013 die Produktion der Kohlenstoff-Nanoröhrchen aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.