JRC Report 2014

Im Mai 2014 haben Experten Joint Research Center (JRC) der Europäischen Kommission (EC) einen neuen Bericht zur gegenwärtigen regulatorische Situation von Nanomaterialien veröffentlicht und Möglichkeiten zur Kennzeichnung und eines Produktregisters näher beleuchtet.

 

Nach der derzeitigen EU-Gesetzgebung gibt es eine Kennzeichnungspflicht für Nanomaterialien in Kosmetikprodukten, Lebensmitteln und Biozid-wirkstoffen. Auf der Liste der Inhaltsstoffe wird dem jeweiligen Bestandteil der Begriff „(nano)" in Klammern hinten angestellt. Diese Kennzeichnung ist als Risiko-unabhängig anzusehen, da die alleinige Anwesenheit nicht automatisch ein Risiko bedeutet. Einige Hersteller fügen rein aus Marketing-Gründen freiwillige sogenannte „Nanoclaims" auf ihren Verbraucherprodukten hinzu, die für eine An- oder Abwesenheit von Nanomaterialien werben sollen.

 

Das Europäische Parlament zusammen mit mehreren EU- Ländern setzt sich für mehr Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Verbraucherinformationen zur Verwendung von Nanomaterialien und einer mögliche Exposition ein. Hierfür wurde zum einen ein Produktregister vorgeschlagen, das alle Produkte auflisten soll, die Nanomaterialien enthalten oder Nanotechnologie verwenden. Zum anderen sollen auch all diese entsprechende gekennzeichnet werden. Das JRC stimmt diesen Forderungen zu, dass ein Produktregister einen guten Überblick über Nano-Anwendungen und einer möglichen Exposition von Mensch und Umwelt geben könnte. In der EU besteht seit 2013 eine Meldepflicht für Nanomaterialien in kosmetischen Produkten. Einige EU- Mitgliedstaaten (Frankreich, Belgien und Dänemark) haben bereits oder planen die Einführung eines Meldepflicht-Systems für eine breitere Palette von Consumer-Produkten.

 

Der Bericht betont, dass "nur über eine die Melde- bzw. Kennzeichnungspflicht von Produkten, die Nanomaterialien enthalten, genaue und umfassende Informationen gewährleistet werden können. Harmonisierte Verfahren sind notwendig, um Handelsbarrieren und unfaire Handelspraktiken zu vermeiden." Ein Anspruch auf An- bzw. Anwesenheit (oder von Nanomaterialien in Produkten sollte überprüfbar sein und mögliche experimentelle Methoden sind dem Bericht zu entnehmen.

 

Die Pressemitteilung sowie auch den vollständigen Bericht finden Sie unter http://ihcp.jrc.ec.europa.eu/our_activities/nanotechnology/traceability-report

 

Original Publikation

Aschberger K., Rauscher H., Rasmussen K., Christensen F., Sokull-Kluettgen B., Stamm H. (2014). Considerations on information needs for nanomaterials in consumer products: Discussion of a labelling and reporting scheme for nanomaterials in consumer products in the EU. Publications Office of the European Union, JRC88931, ISSN: 1831-9424 DOI: 10.2788/3044. (PDF; 2 MB)

 

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