Start EU-Projekt EU-NCL

Am 1. Juni 2015 ist das neue Projekt „EU-NCL - Europäisches Labor für nanomedizinische Charakterisierung" aus dem EU-Rahmenprogramm Horizon 2020 gestartet. Mit dabei sind deutsche Forschungsinstitute und Unternehmen aus der Region Münsteraner sowie auch die Empa aus der Schweiz. Ziel ist eine internationale Spitzenstellung bei der Charakterisierung von Nanotherapeutika für Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Entzündungen und Infektionen. Die erarbeiteten Methoden stehen in der Folge allen Institutionen zur Verfügung, die nanomedizinische Anwendungen entwickeln, bevor diese den Regulierungsbehörden zur Genehmigung klinischer Tests bzw. für deren spätere Vermarktung vorgelegt werden.

 

Das am 1. Juni 2015 gegründete «Europäische Labor für nanomedizinische Charakterisierung» (EU-NCL) hat ein klares Ziel: deutlich mehr nanotherapeutische Anwendungen auf den Markt, sprich: in den klinischen Alltag, zu bringen. Davon sollen in erster Linie Patienten, aber auch die europäische Pharmaindustrie profitieren. Um dies möglichst schnell zu erreichen, arbeitet das EU-NCL eng mit dem einzigen internationalen Referenzinstitut auf diesem Gebiet, dem «Nanotechnology Characterization Laboratory» (US-NCL) des US-amerikanischen «National Cancer Institute» zusammen. Das soll zu einer schnelleren internationalen Harmonisierung der analytischen Methoden führen. Das EU-NCL steht auch in direktem Kontakt mit den nationalen Arzneimittelagenturen und der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), um die analytischen Dienstleistungen ständig an die Vorgaben der Regulierungsbehörden anzupassen. «Wir freuen uns darüber, an diesem gemeinsamen Projekt Europas und der Vereinigten Staaten teilzunehmen», meint der Direktor des US-NCL, Scott E. McNeil. «Wir hoffen, dass diese Zusammenarbeit zu einer internationalen Standardisierung der regulatorischen Anforderungen an die klinische Bewertung und Vermarktung von Nano-Arzneimitteln beitragen wird. Dieses Projekt birgt ein enormes Potenzial für den Einsatz von Nanotechnologien zur Bewältigung von Krebs und anderen schwer wiegenden Krankheiten in aller Welt.»

 

Neun Partner aus acht Ländern

Das EU-NCL wird von der EU für einen Zeitraum von vier Jahren mit knapp fünf Millionen Euro gefördert und umfasst neun Partner aus acht Ländern: Neben der Empa sind dies CEA-Tech in Leti und Liten, Frankreich, die das Projekt koordinieren; das «Joint Research Centre» der Europäischen Kommission in Ispra, Italien; European Research Services GmbH in Münster, Deutschland; Leidos Biomedical Research, Inc. in Frederick, USA; Trinity College in Dublin, Irland; SINTEF in Oslo, Norwegen; die University of Liverpool in Großbritannien; die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) und die Gesellschaft für Bioanalytik, beide in Münster, Deutschland.

 

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