Forschungsprojekt NanoToxClass

Die Verwendung von immer mehr Produkten auf der Basis neuer Nanomaterialien und der damit einhergehende vermehrte Umgang mit diesen Stoffen erfordert eine schnelle, zuversichtliche, praktikable und sichere Einschätzung ihres Gefährdungspotentiales. Zur Zeit müssen alle neuen Nanomaterialien gesondert und einzeln überprüft werden, was ihre effiziente Anwendung bei innovativen Produkten behindert. Daher hat sich NanoToxClass, ein Anfang Dezember startendes europäisches Projekt, die Etablierung von Nanomaterial-Gruppierungs- bzw. Klassifizierungsstrategien auf Basis ihrer Toxizität als Ziel gesetzt. Koordiniert wird das Projekt vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) unter der Leitung von Dr. Andrea Haase.

 

Eine Gruppierung kann auf unterschiedlichen Prinzipien beruhen, wie z. B. auf ihren Materialeigenschaften, dem Einfluss auf das Ökosystem, oder aber auf toxikologischen Effekten gegenüber Menschen oder Tieren. Prof. Dr. Thomas Kuhlbusch (IUTA), Leiter des Arbeitspaketes zur Materialcharakterisierung, stellt klar: „Ein einziges Gruppierungssystem zu entwickeln, das allen Aspekten gerecht wird, wird nur schwer möglich sein. Daher fokussiert sich NanoToxClass auf Gruppierungsstrategien, die auf toxikologischen Effekten gegenüber Menschen und Tieren beruhen." Die Gruppierungskonzepte aus NanoToxClass werden gemeinsam mit internationalen Partnern entwickelt. Sie werden so formuliert, dass sie in die entsprechenden Gremien und Behörden, z. B. ECHA (Europäische Chemikalienagentur) und OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), eingebracht werden können. Diese Gruppierungsstrategien werden die Regulation maßgeblich unterstützen und vereinfachen, sowie einen nachhaltigen Einfluss auf die Kommerzialisierung von Nanomaterialien ausüben.

 

Mit seinen 11 europäischen Partnern aus 5 Ländern hat sich ein exzellentes Konsortium aus Industrie, Behörden und Forschungsinstitutionen zusammengefunden, um das avisierte Ziel, Gruppierungsschemata für Nanomaterialien im Hinblick auf deren Gefährdungspotential zu entwickeln, zu erreichen. Das Projekt wird mit insgesamt 1,7 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), den entsprechenden Institutionen der Partnerländer und Industriepartnern im Rahmen des europäischen SIINN-ERA-NET-Programmes gefördert.

 

 

 

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