Im Auftrag des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit (BAG), Bern, und der Stiftung Risiko-Dialog, St. Gallen, haben Forscherinnen und Forscher der Universitäten Stuttgart und St. Gallen 100 qualitative Tiefeninterviews in Deutschland und der Schweiz durchgeführt und die Daten mit der Vorgängerstudie aus 2008 verglichen.

Die Studie „Nanotechnologien aus der Sicht von Konsumenten - Was Verbraucher wissen und was sie wissen wollen“ wurde am 24. April 2012 in Bern vorgestellt.

Deutlicher Befund: Der Nano-Hype verblasst.

Das Wissen insbesondere zu den verschiedenen Anwendungsbereichen und zum Nutzen nimmt ab. Die Befragten kannten im Durchschnitt 2 Anwendungsfelder weniger als noch 2008. Dagegen wird das Wissen über Risikofragen immer präziser. Dementsprechend steigt die Unsicherheit in der Bewertung. 40% der Befragten stellen fest, dass Nanotechnologien aus dem Blickfeld geraten sind und bilden ihre eigenen Hypothesen woran das liegen könnte: Ein Teil denkt, dass „Nano gar nicht funktioniert hat“ und deshalb nicht mehr damit geworben werde, der andere Teil vermutet, dass „Nano ein Forschungsthema“ sei und noch gar nicht auf dem Markt. Dabei würden fast zwei Drittel Nanoprodukte gerne ausprobieren.

Die Kommunikationsstrategien verschiedener Branchen, von Behörden und Wissenschaftlern sollten auf den Prüfstand: „Unternehmen, Behörden, NGOs und vor allem die Wissenschaftler haben viel zu wenig kommuniziert. Die Unsicherheit der Konsumentinnen und Konsumenten hat deutlich zugenommen“, so eines der zentralen Ergebnisse der Studie. Bedenklich müsse auch stimmen, dass der Nutzen von Nanotechnologien vor allem mit Zeitersparnis beim lästigen Putzen verbunden wird. „Es ist offensichtlich nicht gelungen, die Breite der Innovationen und den verantwortungsvollen Umgang damit ausreichend zu kommunizieren“, so die Forscher.

Weitere Informationen, die Studie (auch als Kurzfassung) finden Sie hier.

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