Der Einsatz von Nanotechnologie bei Textilien soll zu verbesserten Funktionalitäten bzw. zu neuen Eigenschaften eines Materials führen (Stichwort „Smart Clothes“). Derzeit finden sich vor allem Textilien auf dem Markt, die schmutz- und wasserabweisend sowie antibakteriell sind. Viele Herstellungsverfahren sind noch kostenintensiv, dennoch finden sich bereits „Nano-Textilien“ auf dem Markt, wobei vermutet werden kann, dass „nano“ werbend für ansonsten konventionelle Produkte eingesetzt wird. Die „Hohensteiner Institute“ haben deshalb ein Qualitätslabel für Nano-Textilien eingeführt. Nanopartikel können theoretisch durch mechanische Belastung, Abrieb und andere äußere Einflüsse freigesetzt werden. Hier fehlen experimentelle Untersuchungen. Insbesondere Kohlenstoffnanoröhren gelten derzeit als gesundheitlich bedenklich, sodass vor allem ArbeitnehmerInnen in der Industrie vor einer Exposition entsprechend zu schützen sind. Zu Langzeiteffekten von Nanosilber, das aufgrund seiner antibakteriellen Eigenschaften in Textilien eingesetzt wird, auf die menschliche Hautflora fehlen bislang noch Studien. Untersuchungen mit nanosilberhaltigen Materialien zeigen, dass manche Produkte bereits nach einem Waschvorgang einen erheblichen Teil des Silbers in das Waschwasser – und somit in die Umwelt – freisetzen. Nanosilber ist toxisch für aquatische Organismen sowie für Boden-Mikroorganismen. Zu möglichen Auswirkungen von Nanosilber in natürlichen Ökosystemen fehlen ebenfalls Studien, wie auch zu jenen von Nano-Titandioxid, das aufgrund möglicher Umweltauswirkungen als bedenklich einzustufen ist.

Das gesamte Dossier steht als pdf-Dokument zum Download bereit über: http://nanotrust.ac.at/dossiers.html

Die Dossiers behandeln in leicht-verständlicher, aber wissenschaftlich fundierter Weise auf ca. drei bis sechs Seiten den aktuellen Wissensstand zu den aktuellen Themen der aufkommenden Nanodebatte.

NanoTrust ist ein österreichisches Forschungsprojekt zur integrierenden Analyse des Wissensstandes über mögliche Gesundheits- und Umwelt­risiken der Nanotechnologie, das vom Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) gefördert wird.

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