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Graffiti-Schutz bzw. easy-to-clean Oberflächen – wie funktioniert das und ist das sicher?

Über spezielle Beschichtungen können selbstreinigende Oberflächen bzw. ein Graffiti-Schutz erzeugt werden. Diese sind nahezu unsichtbar und schützen das Basismaterial ohne dessen Aussehen zu verändern. An solchen glatten, wasserabweisenden Oberflächen (Fassaden, Fenster, Wände, Fahrzeuge) haften Schmutzpartikel nur sehr schlecht, so dass sie leicht wieder abgespült und entfernt werden können. Eine universelle Beschichtung existiert aufgrund der großen Vielfalt an Basismaterialien nicht, sondern die Beschichtung wird an das jeweilige System angepasst.

Bei der Verarbeitung und dem Aufbringen der verschiedenen Beschichtungen gelten dieselben präventiven Schutzmaßnahmen wie für andere Farben oder Lacke, so z.B. das Tragen entsprechender Schutzkleidung oder Atemmasken.

Nach dem Trocknen sind mögliche vorhandenen Nanopartikel fest in die Beschichtung eingebunden. Wie auch bei nano-haltigen Farben werden unter Umweltbedingungen (Wind, Regen) kaum Nanopartikel freigesetzt. Falls Partikel frei werden, lagern sich diese an andere Partikel an oder klumpen mit sich selbst zusammen. Deshalb treten keine einzelnen Nanopartikel in der Luft oder im Wasser auf.

Enthalten Acrylharze Nanopartikel?

Acrylharze sind besonders haltbare Kunstharze und kommen in vielen Klebstoffen, Farben und Lacken zum Einsatz. Vor der Aushärtung liegen sie in flüssiger Form als Monomere vor und sind damit keine Nanopartikel. Aufgrund der vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten können sie jedoch verschiedene Zusätze enthalten, die z.B. aus Nanopartikel bestehen. Ein Gesundheitsrisiko besteht für die Nanopartikel jedoch nicht, da sie sowohl in der flüssigen, als auch in der ausgehärteten Form fest in der jeweiligen Umgebung eingebunden sind und nicht entweichen können.

Nanosilber in der Lebensmittelverpackung – Können die Nanopartikel aus der Verpackung in das Lebensmittel wandern?

Silber Nanopartikel verleihen Plastikverpackungsmaterialien antimikrobielle Eigenschaften und können über die gezielte Freisetzung von Silber-Ionen das Wachstum lebensmittelschädlicher Mikroorganismen verhindern. Es besteht die Möglichkeit, dass neben den Silber-Ionen auch Silber Nanopartikel aus der Verpackung freigesetzt werden und in die Lebensmittel übergehen. Dieser Punkt ist aus Forschungssicht noch nicht abschließend geklärt und wird weiter untersucht. Nanosilber, eines der prominentesten Beispiele, welches in den USA, Asien oder Australien üblicherweise verwendet wird, darf aktuell in der EU nicht in Plastikverpackungen für Lebensmittel verarbeitet werden.

Müssen die Nanomaterialien aus der Sonnencreme in die Haut eindringen, um wirksam zu sein? Wie werden sie dann wieder ausgeschieden?

Nein, die Wirksamkeit als mineralischer UV-Filter in der Sonnencreme ist dann gegeben, wenn die Materialien in Nanoform oder größer als dünner Film auf der Haut aufliegen. Bei sachgemäßer Anwendung auf gesunder Haut (nicht auf Schleimhäuten oder verletzter Haut) gelangen diese nicht in den Körper und werden durch Schweiß und Wasser wieder von der Hautoberfläche abgewaschen.

Nanomaterialien als Lebensmittelzusatzstoffe – ist das schädlich für unsere Gesundheit?

In der Europäischen Union kommen zurzeit keine gezielt hergestellten Nanomaterialien in Lebensmitteln zum Einsatz. Es können allerdings nanogroße Nebenprodukte bei der Herstellung von zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffen entstehen, z.B. von Siliziumdioxid. In Asien und Nordamerika hingegen werden Nanomaterialien zielgerichtet in Lebensmitteln eingesetzt, z.B. zur Verkapselung von Vitaminen. Grundsätzlich sieht die Mehrheit der vorhandenen Studien kein gesundheitliches Risiko für den Menschen. Die Gesetzgebung erlaubt nur unschädliche (sichere) Zugaben zu Lebensmitteln. Das bedeutet, dass in der EU erlaubte Zusatzstoffe für Lebensmittel zuvor getestet und vom Gesetzgeber zugelassen sein müssen. Dies richtet sich aber immer auch nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft und wird ständig überarbeitet.

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