Die Exposition am Arbeitsplatz mit Wolframcarbid-Cobalt (WC-Co) stellt für den Menschen, insbesondere für Arbeiter in der Hartmetallindustrie, den Hauptkontaktweg dar. Arbeiter sind beim Umgang mit den Pulvern oder beim Schleifen von Werkstücken den Stäuben ausgesetzt und können Partikel inhalieren oder über die Haut aufnehmen.

 

Am Arbeitsplatz wird durch das Tragen von geeigneter Schutzkleidung wie Handschuhen und Atemmasken die Exposition jedoch minimiert.

Für die Anwender der Werkzeuge ist eine Exposition mit den Partikeln sehr unwahrscheinlich, da die gesinterten Werkstücke sehr fest und abriebarm sind. Das verhindert eine erneute Freisetzung von Partikeln bei der Benutzung von Bohrern oder anderen Werkzeugen.

 

Werden WC-Partikel mit Cobalt vermischt, wie dies bei WC-Co-Partikeln der Fall ist, so tritt eine toxische Wirkung auf, die stärker ist als die des Kobalts allein. Cobalt ist für den Menschen giftig [1] und bei einer Einnahme von über 20 mg pro Tag können schwere Erkrankungen auftreten. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft deshalb Cobalt allein als möglicherweise krebserregend und die Kombination aus WC und Cobalt, WC-Co, als wahrscheinlich krebserregend ein [2]. Als Grund für die erhöhte Toxizität wird ein Mechanismus namens Kontakt-Korrosion zwischen Cobalt und WC angenommen, bei dem unter dem Einfluss von Sauerstoff freie Radikale entstehen, die die Körperzellen (meist die Lungenzellen) schädigen können [3]. Zusätzlich können die Partikel, indem sie als „Trojanisches Pferd“ agieren, für eine erhöhte Verfügbarkeit von Cobalt in den Zellen sorgen.

Aus der Kleinstadt Fallon (Nevada, USA) ist eine Exposition des Menschen durch luftgetragene Cobalt und Wolfram-Partikel bekannt, als Quellen werden eine Hartmetall-Fabrik in der Stadt oder eine nahe liegende Militärbasis diskutiert (WC findet auch in Munition Anwendung) [4]. Moderne Hartmetallfabriken sind mit Filtern ausgestattet, die das Austreten von Partikeln verhindern.

 

Literatur arrow down

  1. ATSDR TOX FAQs (Apr 2004): Cobalt. Agency for Toxic Substances and Disease Registry, U.S. Public Health Service (ATSDR).
  2. IARC (2006), IARC Monographs on the Evaluation of Carcinogenic Risks to Humans, No. 86: Cobalt in Hard-metals and Cobalt Sulfate, Gallium Arsenide, Indium Phosphide and Vanadium Pentoxide.
  3. Gries, B et al. (2007), Euro PM 2007, Powder Metallurgy World Congress & Exhibition, 2007 Oct 15-17; Toulouse (France) Vol. 1, 189-196.
  4. Sheppard, PR et al. (2007), Environ Health Perspect, 115(5): 715-719.

 

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