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Helfen Silbernanopartikel gegen Coronaviren?

Im Prinzip trifft das zu.

Die antibakterielle Wirkung von Silber Nanopartikeln ist bekannt, weswegen sie u.a. in der Beschichtung von Implantaten und in Wundverbänden Verwendung finden. Die Wirkung beruht auf der Freisetzung von Silberionen, also kleinen, elektrisch geladenen Teilchen. Silbernanopartikel haben dabei besonders günstige Eigenschaften, da sie eine große Oberfläche aufweisen, aus denen diese Ionen austreten. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass diese hemmende Wirkung im Prinzip auch auf Viren zutrifft. Gegen bestimmte Arten der Coronavirenfamilie wurde in Laborversuchen eine Wirksamkeit belegt. Wissenschaftler untersuchen derzeit, ob dies auf den Verursacher von COVID-19 zutrifft und prüfen den Einsatz von Beschichtungen mit Silbernanopartikeln in Krankenhäusern und im öffentlichen Raum.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Sind in meinen Medikamenten Nanopartikel enthalten?

Ja, Medikamente, die in der Apotheke, im Handel, beim Arzt oder im Krankenhaus erhältlich sind, können wegen ihrer speziellen Anwendung, zur Verbesserung oder Verstärkung ihrer Wirksamkeit nanopartikuläre Inhaltsstoffe enthalten. Für diese Zwecke werden sowohl Nanopartikel wie auch Liposomen eingesetzt (siehe dazu auch „Was ist der Unterschied zwischen Nanopartikeln und Liposomen?“). Die Anzahl der Arzneimittel, die nach Angaben im Zulassungsverfahren Nanomaterialien enthalten, ist noch gering. Dazu zählen z.B. Arzneimittel für die Behandlung von Tumorerkrankungen, Chronischer Hepatitis, Akromegalie (Riesenwuchs), Multipler Sklerose , Morbus Crohn, altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) erhöhter LDL-C Werte oder Typ 2 Diabetes (siehe dazu auch den Querschnittstext „Nanomedizin“).

Zudem beinhalten Medikamente neben dem Wirkstoff auch Füll- und Hilfsstoffe wie Wasser, Stärke, Vaseline oder hochdisperses Siliziumdioxid. Aufgrund des Produktionsprozesses können hierbei auch Siliziumdioxid-Nanopartikel anfallen.
Die Arzneimittel-Hersteller sind zurzeit nicht verpflichtet, nanoskalige Inhaltsstoffe in ihren Medikamenten zu kennzeichnen.

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) – BfArM für Bürgerinnen und Bürger

Was ist der Unterschied zwischen Nanopartikeln und Liposomen?

Obwohl Liposomen vielfach als Nanopartikel bezeichnet werden, unterscheiden sie sich sowohl durch ihre Struktur wie auch durch ihre Stabilität von klassischen Nanopartikeln. Liposomen sind daher keine Nanopartikel im engeren Sinn.

Nanopartikel bestehen aus soliden Materialien. Liposomen können zwischen wenigen Nanometern bis sogar 10 µm groß sein. Sie bestehen aus bestimmten Fetten (sog. Phospholipiden, z.B. aus Soja) und anderen Materialien und formieren eine Hohlkugel aus einer oder mehreren Doppelmembranen (Doppelschichten – siehe Abb. Liposom mit einer Doppelmembran). Sie sind mit Wasser gefüllt und benötigen eine wasserliebende Umgebung. Ihre Doppelschichten sind außen und auch im Inneren der Hohlkugel wasserliebend.. Sie sind in der Regel weniger stabil als Nanopartikel.

Das Verkapselungssystem „Nanosom“ ist den Liposomen sehr ähnlich. Nanosomen haben jedoch nur eine Lipid-Einzelschicht und werden aufgrund ihrer extrem geringen Größe so genannt. Der Name Nanosom ist vor allem in der Kosmetik gebräuchlich.

Wie viele und welche Medizinprodukte enthalten Nanomaterialien?

Nanomaterialien sind in vielen Medizinprodukten enthalten oder auf der Oberfläche aufgebracht. Beispiele und Erläuterungen dazu finden Sie in unserem Querschnittstext zu „Nanomaterialien in Medizinprodukten„.

Der Einsatz von Nanomaterialien in Medizinprodukten ist auf Europäischer Ebene klar geregelt. Infromationen hierzu finden Sie auf den Seiten des EUON-Medizinprodukte unter https://euon.echa.europa.eu/de/medical-devices.

Wie viele und welche Arzneimittel sind (der Bundesregierung) bekannt, die Nanomaterialien enthalten?

Die Anzahl der Arzneimittel, die nach Angaben im Zulassungsverfahren Nanomaterialien enthalten, ist noch sehr gering. Dazu zählen Arzneimittel für die Behandlung von

  • Tumorerkrankungen (z.B. Caelyx, Mepact, Abraxane, Rapamune, Renagel)
  • Chronischer Hepatitis (z.B. PegIntron, Pegasys)
  • Acromegalie (z.B. Somavert)
  • Multipler Sklerose (z.B. Copaxone)
  • Febriler Neuropathie (z.B. Neulasta)
  • Morbus Crohn (z.B. Cimzia)
  • Altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) (z.B. Macugen)
  • erhöhter LDL-C Werte und Typ 2 Diabetes (z.B. Welchol)
  • MRT-Kontrastmittel (In-vivo-Diagnostik) mit Eisenoxid-Nanopartikeln (z.B. Feridex)
  • parenterales Eisen (z.B. Cosmofer, Ferrlecit)

Daneben werden von verschiedenen Autoren auch Arzneimittel, die Moleküle und Partikel im nanoskaligen Bereich enthalten, genannt:

  • Liposomen (Caelyx, Myocet)
  • Polymer-Protein-Konjugate (PegIntron, Somavert)
  • Polymere Substanzen (Copaxone)

Quelle : Deutscher Bundestag, Bundesdrucksache 17/3771.

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