>
Spotlight März 2022: Sichere Materialien von Anfang an – Das Safe-by-Design-Konzept im Praxistest
In den letzten Jahrzehnten ist die deutsche Forschung zu Nanomaterialien und neuen, innovativen Materialien weiträumig um Materialsicherheitsaspekte erweitert worden. Auch europäische Initiativen legen einen großen Wert darauf: Sowohl der Green Deal der Europäischen Union (EU) , als auch die Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit (CSS) zielen darauf ab, eine nachhaltige, klimaneutrale Wirtschaft mit nachhaltigen und sicheren Chemikalien und Produkten zu schaffen und gleichzeitig die menschliche Gesundheit und die Umwelt besser zu schützen. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Innovationen bei gleichzeitiger Bewältigung globaler Herausforderungen.
Die Safe-by-Design (SbD) Strategie für Nanomaterialien und innovative Materialien ist ein Ansatz, um genau diese Herausforderungen zu adressieren (siehe auch Spotlight Wissenschaft vom November 2021). Risiken für Mensch und Umwelt sollen idealerweise so früh wie möglich im Entwicklungsprozess ermittelt, abgeschätzt und verringert werden. Auch das europäische Horizon 2020 Projekt NanoRegII beschäftigt sich mit Safe-by-Design und ist das erste Projekt, dass das Safe-by-Design-Konzept nun einem Praxistest unterzogen hat. An sechs Unternehmen wurde die NanoRegII Safe-by-Design-Strategie umgesetzt. Die gemachten Erfahrungen wurden anschließend ausgewertet und Leitlinien für die zukünftige, praktische Umsetzung der Safe-by-Design-Strategie entwickelt. Die Leitlinien enthalten neben Informationen auch eine Reihe an Instrumenten, die dabei helfen sollen, Risiken in einem frühen Stadium zu erkennen. Dadurch soll an jedem Schritt im Innovationsprozess die Möglichkeit geschaffen sein, einzuschätzen, ob die Innovation fortgesetzt werden soll und wenn ja, welche Safe-by-Design-Maßnahmen weiter angewendet werden müssen, um Unsicherheiten weiter zu verringern. Die Leitlinien bieten damit einen ersten Ansatz, der von jedem Unternehmen an seine spezifischen Innovationsbedarfe angepasst werden kann.
Original Publikation:
Sánchez Jiménez, A. et al 2022 Safe(r) by design guidelines for the nanotechnology industry. NanoImpact 25, 100385.
Weitere Spotlights
Spotlight November 2020: Nanotechnologie in der öffentlichen Wahrnehmung
Im November möchten wir Sie auf eine Publikation hinweisen, in der die öffentlichen Wahrnehmung zur Sicherheit von Nanomaterialien in Österreich untersucht wird.
Darin wird u.a. gezeigt, dass zwar generell eher eine positive Einstellung zu Nanomaterialien vorherrscht, es aber aus verschiedenen Gesellschaftsgruppen durchaus unterschiedliche Meinungen zu Sicherheitsfragen gibt. Weitere Aufklärung scheint also notwendig.
WeiterlesenSpotlight Februar 2023: Neue nachhaltige und vielversprechende Methode, Baumwoll-Textilien antiviral und antibakteriell zu veredeln
Textilien sind seit vielen Jahren Gegenstand der Forschung zur Funktionalisierung, vor allem auch, um Bakterien und Viren abzuwehren. Seit der Entwicklung nanotechnologischer Prozesse gab es viele Versuche, mit Nano-Titandioxid einen Sonnenschutz (UV-Schutz) einzubauen, oder mit Nanosilber Textilien anti-bakteriell auszustatten (siehe Querschnittstext „Nanopartikel in Textilien“. Aber Nanosilber ist dabei in die Diskussion geraten, da die Partikel […]
WeiterlesenSpotlight Dezember 2020: Überdenken der Nanosicherheit – Teil II
Im Dezember möchten wir auf das small-Sonderheft: Überdenken der Nanosicherheit – Teil II aufmerksam machen. Im Spotlight Juli haben wir bereits den Teil I vorgestellt. Auch in dieser Sonderausgabe „Rethinking Nanosafety – Part II“ sind Forschungsarbeiten renommierter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Nanosicherheitsforschung zu finden. Der erste Teil dieser Sonderausgaben erschien im Mai 2020, der […]
WeiterlesenSpotlight Mai 2023: Zweifach Energie – essbare Batterien
Ein italienischer Forscherverbund berichtet über essbare Batterien, die elektrischen Strom liefern und als Nahrungsmittel verdaut werden und damit ein zweites Mal Energie liefern könnten. Was zunächst lustig klingt, hat einen ernsten Hintergrund, denn in der Medizin werden Stromquellen benötigt, die über den Verdauungstrakt transportiert werden und ggf. auch unbeabsichtigt im Körper verbleiben könnten, z.B. für […]
Weiterlesen


