Viele Unternehmen preisen ihre Waren als „Nano“-Produkte an, weil Nanotechnologie angesagt ist. So bieten beispielsweise Softwarefirmen „Nanotools“ an, kleine Zusatzprogramme, die bestehende Software den speziellen Bedürfnissen der Computernutzer anpasst. Das Auto des indischen Fahrzeugherstellers Tata „Nano“ heißt so, weil es besonders klein ist. Autowaschstraßen werben mit „Nanopolierwachs“. Sehr feine Substanzen sollen dem Lack einen besonderen Glanz verleihen.

Aber nicht immer kommen dabei tatsächlich Nanomaterialien zum Einsatz! Nur für Kosmetika, Lebensmittel und Biozide gibt es die Pflicht, Nanomaterialien zu kennzeichnen. In der Liste der Inhaltsstoffe steht dann „(nano)“ hinter dem Namen des jeweiligen Stoffes. Unter welchen Bedingungen Hersteller freiwillig mit „Nano“ werben dürfen, ist dagegen nicht geregelt.

Ein „Nano-Hinweis“ auf der Schauseite der Verpackungen oder in der Werbung mag vor allem dazu da sein, die Aufmerksamkeit zu erregen. Dennoch kann er durchaus wahr sein. Denn Industrie und Forschung experimentieren bereits seit vielen Jahren mit sehr kleinen Strukturen, ohne sie unbedingt systematisch als „Nanomaterial“ im Sinne gesetzlicher Definitionen entwickelt zu haben. So funktionieren beispielsweise Nano-Polituren für Autos, in dem sie nach dem Auftragen nano-feine Oberflächenstrukturen ausbilden. Micellen und Liposomen, die in der Kosmetik und in Nahrungsergänzungsmitteln Wirkstoffe verkapseln und löslich halten, sind ebenfalls nano-klein, entstehen aber allein durch die chemischen Eigenschaften ihrer Bausteine. Und auch Titandioxid wurde schon viele Jahre besonders fein vermahlen als „mineralischer Sonnenschutz“ eingesetzt, bevor es entsprechend kennzeichnungspflichtig wurde.

 

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