Siliziumdioxid bildet den Großteil des Sandes am Strand und ist in seiner kristallinen Form als Bergkristall bekannt. Technisch hergestellt wird aber meist eine andere Form, die amorphe (also nicht-kristalline) Kieselsäure. Diese wird einer ganzen Reihe von Produkten zugesetzt, z.B. Lacken und Farben. Aber auch in Lebensmitteln und in Nahrungsergänzungsmitteln wird Siliziumdioxid in dieser Form verwendet und in Drogerien oder Apotheken verkauft.

 

Wie könnte ich damit in Kontakt kommen?

Der menschliche Körper benötigt eine gewisse Menge an Silizium, das zu den Ultra-Spurenelementen gehört. Daher ist eine Aufnahme über die Nahrung wichtig. Als Bestandteil verschiedener Lebensmittel (als E551, amorphe Kieselsäure), aber auch z.B. als Bestandteil der Heilerde gelangt es über den Magen-Darmtrakt in unseren Körper. Eine Aufnahme über die Haut durch Kontakt mit Lacken, Farben und Klebern ist praktisch ausgeschlossen.
Die kristalline Form, auch als Quarz bekannt, kann beim Abbau von Erzen, Kohle und anderen Mineralien als Staub freigesetzt und von den Arbeitenden eingeatmet werden. Da die in der Umwelt vorhandenen Mengen natürlicherweise sehr groß sind, ist es kaum möglich, zwischen dem Kontakt mit natürlichem oder industriellem Siliziumdioxid zu unterscheiden.

 

Wie gefährlich ist das Material für Mensch und Umwelt?

In seiner Nanoform liegt das Siliziumdioxid nahezu ausschließlich als unstrukturierte (amorphe) Kieselsäure vor. Diese hat in allen bisherigen Tests vom Tierversuch bis zu Umweltuntersuchungen keine nennenswerten negativen Eigenschaften gezeigt. Für unseren Körper ist Silizium ein notwendiges Spurenelement und Siliziumdioxid ist in der amorphen Form unkritisch. Dagegen ist die kristalline Variante vor allem beim Einatmen mit besonderer Vorsicht zu betrachten: Wer dem Stoff dauerhaft ausgesetzt ist, z.B. an einem belasteten Arbeitsplatz unter Tage, trägt ein hohes Risiko für chronische Lungenerkrankungen (Silikose) und andere krankhafte Veränderungen der Lunge.

 

Fazit

Menschen können im Alltag überall mit Siliziumdioxid in Kontakt kommen: vom Meeressand über Nahrungsmittel bis hin zu Lacken und Farben. In vielen Produkten ist amorphe Kieselsäure auch in ihrer Nanoform enthalten. Sie hat aber keine negativen biologischen Effekte – im Gegensatz zur kristallinen Form, welche zu kritischen Lungenschäden führen kann.

 

Nebenbei

  • Siliziumdioxid ist in vielen Nahrungsmittelergänzungsstoffen enthalten.
  • Einige Pflanzen und Tiere lagern Siliziumdioxid ein, um sich härter zu machen.
  • Ohne Silizium gäbe es keine Solarzellen auf dem Dach oder keine Computerchips