Ein Großteil des natürlichen Bariumsulfats wird bei der Erdöl- und Erdgasförderung verwendet. Als sogenannter Bohrspat erhöht das Mineral die Dichte des Bohrschlamms, so dass Gesteinsbrocken darin frei treiben können, ohne das Bohrloch zu verstopfen. Es dient zudem als Füllstoff und Additiv bei einigen hochwertigen technischen Produkten, wie beispielsweise bei Brems- und Kupplungsbelägen oder auch Teppichbeschichtungen. Verwendet wird es außerdem als Röntgenkontrastmittel und Knochenzement. Meist liegt es hier als Mischung aus Nano- und Mikropartikeln vor. Künstlich hergestelltes Bariumsulfat wird Permantweiß genannt und hauptsächlich für Anstrichstoffe verwendet (Grundierungen und Füller bei Automobillackierung, Industrielacken, Bauten-, Holz- sowie Druckfarben).

 

Wie könnte ich damit in Kontakt kommen?

Bariumsulfat dient hauptsächlich als Füllstoff bei der Herstellung technischer Produkte, so dass Verbraucher selten direkt mit der Substanz in Kontakt kommen. Anders ist dies bei der medizinischen Anwendung als Röntgenkontrastmittel oder Knochenzement: Hier wird den Patienten Bariumsulfat gezielt verabreicht.

 

Radiologe gibt Kontrastmittell ©potthoff / fotolia.comWie gefährlich ist das Material für Mensch und Umwelt?

Kontrastmittel auf Basis von Bariumsulfat wird vom Magen-Darm-Trakt nicht aufgenommen. Es eignet sich deshalb hervorragend dazu, bei Röntgenuntersuchungen die Form des Verdauungstraktes hervorzuheben. Anschließend wird es unverändert wieder ausgeschieden. Ebenfalls ist erwiesen, dass eingeatmete Bariumsulfat-Partikel sich nicht in der Lunge ablagern und somit keine schädlichen Effekte hervorrufen. Auch die Blut-Hirn-Schranke durchdringt Bariumsulfat nicht.
Derzeit sind keine Daten dazu vorhanden, wie Nanopartikel aus Bariumsulfat sich in der Umwelt verhalten.

 

Fazit

Im Alltag sind der menschliche Körper und die Umwelt nur geringen Mengen an nanoskaligem Bariumsulfat ausgesetzt. Im Fall der medizinischen Anwendungen ist erwiesen, dass Nanopartikel aus Bariumsulfat keinen schädlichen Effekt auf den menschlichen Körper haben.

 

Nebenbei

  • Weil Bariumsulfat besonders gut Gamma- und Röntgenstrahlung absorbiert, eignet es sich in Verbindung mit Beton auch als Abschirmmaterial für Atomenergieanlagen.
  • Die wichtigsten Lagerstätten für Bariumsulfat in Deutschland befinden sich bei Meggen in Westfalen

 

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