Eine Aufnahme von Nanoteilchen über die Haut betrifft hauptsächlich kosmetische oder pharmazeutische Produkte, z.B. Sonnencremes. Industrieruß- (engl. Carbon Black, CB) ist für die Färbung kosmetischer Mittel (z.B. in Wimperntusche, Lidschatten) zugelassen. Eine Anwendung in Lotionen zur großflächigen Behandlung der Haut ist bislang nicht bekannt.

 

Generell weist die Haut eine sehr gute Barrierefunktion auch für Nanopartikel auf, wie das europäische Projekt NanoDerm für Titandioxid-Partikel zeigen konnte [1]. Ein Transfer von Partikeln, auch nanoskaliger, über die Haut in die Blutgefäße oder zu Zellen des Abwehrsystems wie z.B. dendritischen Zellen (Langerhans-Zellen), die sich nahe der Oberfläche befinden, konnte nicht nachgewiesen werden.

Bei in vitro Untersuchungen mit Hautzellen von einer Konzentration von 10 µg Partikeln pro cm2 Zellrasen zeigten die Zellen weder Stresssymptome, noch verursachte Carbon Black zellschädigende Effekte, ebenso fiel ein in vitro Test auf Apoptose negativ aus [2].

Allerdings kann hier auch ein Analogieschluss weiterhelfen: Tätowierfarbe, insbesondere Schwarz, enthält Kohlenstoffpartikel (Carbon Black besteht zu mehr als 96 % aus amorphem Kohlenstoff) und wird in den tiefen Hautschichten deponiert. Von dort werden nur sehr wenige dieser Partikel in die naheliegenden Lymphgefässe transportiert, die meisten bleiben an Ort und Stelle liegen, was ja auch die lebenslange Haltbarkeit der tätowierten Bilder bewirkt.

 

Literatur arrow down

  1. NanoDerm Schlussbericht (2007). Quality of Skin as a Barrier to ultra-fine Particles. QLK4-CT-2002-02678.
  2. NanoCare 2009, Final Scientific Report, ISBN 978-3-89746-108-6 . (PDF-Dokument, 19 MB).

 

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