Für die Larven der Fruchtfliege war nanoskaliger Industrieruß (engl. Carbon Black, CB), über das Futter verabreicht, nicht toxisch, auch die Entwicklung und Fortpflanzungsfähigkeit von erwachsenen Fliegen wurde nicht beeinflusst. Allerdings reicherten sich Partikel im Körper an und waren auch bei den erwachsenen Tieren noch als deutliche Schwarzfärbung im Körper sichtbar.

 

Miesmuscheln in mit Industrieruß versetztem Wasser. Die Filtrierer versuchen die Partikel durch Schleimabsonderung  loszuwerden (Pfeile). © Canesi et al., 2010.Miesmuscheln in mit Industrieruß versetztem Wasser. Die Filtrierer versuchen die Partikel durch Schleimabsonderung loszuwerden (Pfeile). © Canesi et al., 2010.Werden die erwachsenen Tiere gegenüber den Pulvern exponiert, so hafteten die Partikel schnell am Äußeren der Tiere fest und ließen sich durch das natürliche Putz-Verhalten nicht entfernen. Die Partikel-Umhüllung führte zu einer Beeinträchtigung der Beweglichkeit und tötete die Tiere durch die Blockade der Atemöffnungen binnen Stunden [1]. Unter realen Umweltbedingungen ist ein solches Expositionsszenario zu großen Mengen an reinem Industrieruß jedoch sehr unwahrscheinlich. Bodenbewohnende Flohkrebse zeigten ebenfalls nach einer Exposition mit sehr hohen Dosen eine erhöhte Sterblichkeit [2].

 

Als mariner Modellorganismus wurde eine Braunalge, der Sägetang, ausgewählt und Effekte auf die Befruchtung, Keimung und Embryonalentwicklung in Gegenwart von nano- und mikroskaligem Industrieruß untersucht [3]. Es wurde keine Aufnahme nanoskaligen Rußes beobachtet, sehr hohe Konzentrationen verhinderten jedoch die Befruchtung und Entwicklung. Keimung und Wurzelwachstum waren hingegen unbeeinflusst.

Da sich Miesmuscheln durch das Filtrieren kleinster Teilchen aus dem Wasser ernähren, werden sie als besonders gefährdet eingeschätzt [5]. Industrieruß beeinflusste das Immunsystem sowie bestimmte Verdauungsvorgänge der Tiere sehr stark, was auf eine Aufnahme der Partikel aus dem Wasser hindeutet [4,5].

Ruß aus Abgasen, der hinsichtlich der Größe nicht genau definiert war, reduzierte die toxische Wirkung eines Unkrautbekämpfungsmittels auf eine Grünalge [6]. Dieser Effekt lässt sich mit der starken Bindung von Chemikalien an Rußpartikel erklären, die dann für die Alge nicht mehr verfügbar und somit nicht mehr giftig sind.

 

Zusammenfassend ist nanoskaliger, reiner Industrieruß als Material für die untersuchten Organismen nicht toxisch, schädliche Effekte lassen sich jedoch aufgrund der starken Bindung des Rußes an Oberflächen und Chemikalien finden.

 

Literatur arrow down

  1. Liu, XY et al. (2009), Environ Sci Technol, 43(16): 6357-6363.
  2. Kennedy, AJ et al. (2008), Environ Toxicol Chem, 27(9): 1932-1941.
  3. Nielsen, HD et al. (2008), Nanotoxicology, 2(2): 88-97.
  4. Canesi, L et al. (2008), Environ Int, 34(8): 1114-1119.
  5. Canesi, L et al. (2010), Aquat Toxicol, 100(2): 168-177.
  6. Knauer, K et al. (2007), Aquat Toxicol, 83(2): 143-148.

 

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