Strontiumcarbonat wurde früher in großen Mengen bei der Herstellung von Röhrenfernsehern verwendet. Dort diente es als Absorber für Röntgenstrahlung, die in Fernsehröhren entsteht. Strontiumcarbonat und anderer Verbindungen reduzierten die Röntgenstrahlung der Bildschirme nahezu auf null. Moderne Flachbildgeräte haben diese Röhren heutzutage jedoch nahezu vollständig verdrängt. Daher wird Strontiumcarbonat mittlerweile hauptsächlich in der Pyrotechnik als eine farbgebende Komponente eingesetzt: Strontium verursacht eine karminrote Flamme. In der Homöopathie wird der Stoff unter dem Namen "Strontium carbonicum" verwendet, um damit zum Beispiel Arthrose und Zerebralsklerose zu behandeln.

 

Wie könnte ich damit in Kontakt kommen?

FeuerwerkFeuerwerkStrontiumsalze sind Bestandteil von Feuerwerkskörpern; wenn es verbrennt, verleiht es der Flamme eine karminrote Farbe. Zu einem direkten Kontakt mit den Nanopartikeln kommt es durch das Verbrennen in der Luft nicht. Bei der homöopathischen Anwendung von Strontiumcarbonat wird es gezielt verabreicht; ob es sich hierbei ausschließlich um Nano- oder Mikropartikel oder ein Gemisch handelt, ist jedoch meist unklar.

 

Wie gefährlich ist das Material für Mensch und Umwelt?

Zur Zeit liegen nur wenige Studien vor, die sich damit beschäftigen, wie sich Nanopartikel aus Strontiumcarbonat im menschlichen Körper und in der Umwelt verhalten. Das dürfte wohl auch daran liegen, dass das Material nur im geringen Umfang genutzt wird. Laborstudien an Zellkulturen zeigen, dass solche Partikel prinzipiell von verschiedenen Zelltypen aufgenommen werden können. Werden hohe Dosen davon verabreicht, kann das zum Zelltod führen. In Tierversuchen wurden jedoch keinerlei schädliche Auswirkungen von Strontiumcarbonat-Nanopartikeln auf den Organismus festgestellt.
Zum Verhalten von Strontiumcarbonat-Nanopartikeln in der Umwelt sind derzeit keine Daten vorhanden.

 

Fazit

Durch den Siegeszug der Flachbildfernseher ist die Verwendung von Strontiumcarbonat-Nanopartikeln auf ein geringes Maß zurückgegangen. Zu einem Kontakt könnte es lediglich durch das Abbrennen von Pyrotechnik oder die Einnahme homöopathischer Präparate auf der Basis von Strontiumcarbonat kommen. Dies führt jedoch nicht zu schädlichen Auswirkungen auf den menschlichen Organismus.

 

Nebenbei

  • Wie Strontiumcarbonat ist auch Strontium ungiftig. Bei den nuklearen Katastrophen von Tschernobyl (ehemals UdSSR, heute Ukraine) und Fukushima (Japan) entstanden jedoch radioaktive Strontium-Isotope. Die können sich wegen ihrer chemischen Ähnlichkeit zum Kalzium in Knochen einlagern und durch ihre Strahlung das Knochenmark schädigen.

 

 

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